Deutsches Künstlerfest in Rom.

(Frühjahr 1818.)

      Mußt' es mir ein dunkler Schatten
      Scheinen gegen jedes Licht.
      Damals war es, daß ein zorn'ger
      Eifer mein Gemüht ergriff,
      Der mich von der Mittagstafel
      Auf, davon, nach Hause trieb,
      Der dort meinen ungstümen
      Händen Feder und Papier
      Gab, und in den Mittagsstunden,
      Die ich römisch sonst verschlief,
      Mich, als wie in wachem Traum:
      Bannte an den Schreibetisch;
      Wo ich hastig, unaufhaltsam,
      In dem Drang des Augenblicks,
      Während mit Gedankenstrome
      Griffel um die Wette lief,
      Schrieb, auch etwas aufzustellen
      Vor'm Verlauf der kurzen Frist,
      Was nur ein'germaßen könnte
      Durch die Kraft des Wortes sich
      Messen mit dem Glanz der Farben,
      Der mich laut zum Kampfe rief.
      Drauf am Abend vor dem Feste,
      Wo ich noch zurecht erschien,
      Als der Farben laute Sprache
      Mich zum Worte kommen ließ,
      Las ich in der Glanzversammlung
      Was hier meine Liebste liest:

  Gesagt ncht sein solls, daß im alten Rom
Deutsch malen könne deutsche Malerei,
Und nicht auch reden deutsche Dichtkunst deutsch.
Ich wartete zum letzten Augenblick,
Und d'rein zu reden hatt' ich keine Lust.
Wo andre reden, spar ich meine Kunst.
Jetzt aber drängt's zu sprechen meine Brust,
Und deutsch zu sprechen faßt mich eine Brunst.
So sprich, a Herz! du willst nicht fondern mußt.
In diesen plötzlichen Begeisterungen
Sprecht, deutsche Künste, so in deutschen Zungen: