Deutsches Künstlerfest in Rom.

(Frühjahr 1818.)

Der an jener gliederreichsn
Deutschen Malerrepublik
(Weil ein Werk von vielen Händen
Niemals ohn' Ein Haupt gedieh)
War als Haupt hervorgetreten
Dem Cornelius hatten sich
Diesesmal die andern Meister,
Sonst wohl gleichgeordnet ihm,
Alle schweigend unterordnet,
Jeder unter'm Haupt ein Glied.
Jeder stand an seiner Stelle,
Ohne daß er die betritt,
Die sein Nachbar eingenommen,
Keinem schien sein Amt gering;
Weil dem Ganzen jeder diente,
Ehrte jeden jeder Dienst,
Ob er Hauptfiguren malte,
Oder ob er Farben rieb.
Damals sah ich, wie der Meister,
Vor dem großen Mittelbild
Auf dem Werkgerüste schwebend,
Eben noch der Poesie,
Die er herrlich dort in aller
Künste Mitten thronen ließ,
Bunte Flügel an die Schulter
Schuf mit kühnen: Pinselstrich;
Während in erst halb begrüntn
Eichbaums Wipfel ober ihr,
um ihn völlig grün zu färben,
Hoch ein Landschaftsmaler hing,
Der, phantastisch grün gekleidet,
Selbst des Baumes Vogel schien.
(Sei du mir genannt mit Wehmuth,
Fohr, du schönes Jugendbild,
Das zu früh der Kunst, zu früh uns
In der Tiber unterging!)
Aber unter das Gerüste
Hatte noch ein dritter sich,