Mir träumt‘, ich säße

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Mir träumt', ich säße droben an der Eiche,
 Zu der ich Sommers lenkte meine Bahnen,
 Wo ich, ein König ohne Unterthanen,
 Oft blickt' in's Thal auf meine Liebesreiche.

Und plötzlich war es jetzt, als überschleiche
 Den starren Winter laues Frühlingsahnen;
 Vom Thurme drunten knatterten die Fahnen,
 Und drüben krachte dumpf das Eis vom Teiche.

Und als ich niederschaute nach dem Hause,
 Von Läden grün und rosenblaß von Wänden,
 Da stieg der dunkle Rauch vom Giebel wieder.

Anfaßt' es mich als wie mit Sturmwindsbrause;
 Am Eichstamm hielt ich mich mit beiden Händen,
 Sonst riß der Wirbel mich zum Hause nieder.