Welch rasches Tönen

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Welch rasches Tönen wundersanfter Glocken,
 Das widerklingt in meines Herzens Mitten!
 Die Liebste kommt, verhüllt, im leichten Schlitten
 Daher geflogen durch den Tanz der Flocken.

Die stolzen Hengste schütteln ihre Locken,
 Und drehn das Haupt rückwärts mit artigen Sitten
 Zuwiehernd: Lieber als am Zügel schritten
 An einem Fädlein wir von deinem Rocken.

Hast du den Rocken lassen können, Fleißige?
 Wenn nun indeß ihn müßig sieht ein Freier?
 Doch sieh, für deine Hand spinnt eine fremde,

Der Winter selber spinnt für dich der eisige;
 Schneeweben wird er bald zum Hochzeitschleier
 Gesponnen haben und zum Hochzeithemde.